Verzögerungstaktik statt Versorgungssicherheit?


Der Initiativkreis zukunft niederrhein warnt davor, die Versorgungssicherheit mit den wichtigen Baurohstoffen Sand und Kies zu gefährden. Das Ruhrparlament kommt seiner Verantwortung in der Regionalplanung nach dem Raumordnungsgesetz sachgerecht nach, denn es wägt öffentliche und private Belange ausgewogen miteinander ab. Dabei muss gerade in diesen Zeiten die Versorgungssicherheit mit unseren heimischen Rohstoffen im Mittelpunkt stehen. Wer jetzt weiter auf Zeit spielt, dem geht schon bald das Material aus. „Wenn man sich die Restlaufzeiten vieler Gewinnungsprojekte am Niederrhein anschaut, wird klar, dass wir in eine selbstverschuldete Rohstoffknappheit steuern. Ohne neue Genehmigungen wird sich die Fördermenge unserer Unternehmen schon in den kommenden fünf bis sechs Jahren fast halbieren“, so zukunft niederrhein-Geschäftsführer Sascha Kruchen.

Selbstverschuldete Rohstoffknappheit

„Da fallen erhebliche Mengen weg, die dringend in der Region für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, für unaufschiebbare Infrastruktur-Sanierungsmaßnahmen und für das Gelingen der Energie- und Verkehrswende benötigt werden“, so Kruchen weiter. Wer jetzt noch mehr Zeit für die Erfindung eines Ausstiegszenarios fordert, hat den Bezug zur Realität verloren. Der RVR hat bereits vor 13 Jahren den Auftrag erhalten, einen Regionalplan für das Ruhrgebiet vorzulegen. Von einem Hauruckverfahren kann also nicht die Rede sein. Und vergessen wir nicht: Lediglich aus der Stadt Wesel sind konkrete Vorschläge zur Flächenausweisung gekommen. Die anderen Städte und Gemeinden haben diese Chance leider nicht genutzt.

Teures Einstiegsszenario in klimaschädliche Importabhängigkeit

Wird nicht bald Planungssicherheit für die regionale Rohstoffgewinnung geschaffen, erleben wir stattdessen ein Einstiegsszenario in deutliche Preissteigerungen, in Importabhängigkeiten und in klimaschädliche Transporte aus dem Ausland. Recycling wird dabei von unseren Unternehmen ausdrücklich unterstützt und kann auch einen Beitrag zum Ersatz von Sand und Kies leisten. Nur ist es am Ende keine Lösung, denn die Primärrohstoffe werden weiter gebraucht. Viele regionale Politiker täuschen aber sich und andere über die zur Verfügung stehenden Mengen an Recycling-Material. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) sagt klar, dass die Substitutionsquote bei Steine-Erden-Rohstoffen selbst im Jahr 2040 im allerbesten Fall bei nur gut 15 Prozent liegen wird.

Flächenausweisung ist kein Einschnitt in Natur und Umwelt

„Wenn man vor diesem Hintergrund bedenkt, dass die Genehmigungsverfahren von realisierbaren Gewinnungsprojekten dann noch mehrere Jahre dauern können, ist aktuell nur ein Ausstieg aus der Versorgungssicherheit zu befürchten“, so Sascha Kruchen von zukunft niederrhein. Ergänzend sollte auch noch mal deutlich gemacht werden, dass es aktuell im RVR-Gebiet nur um eine reine Ausweisung von Flächen für die regionale Rohstoffgewinnung geht, die noch von einem demokratisch gewählten Parlament beschlossen werden muss. Wieviel Tonnen Sand und Kies dort in welchem Zeitraum gefördert werden, bestimmen am Ende öffentliche Hand und Privatverbraucher als Kunden und nicht die Industrieunternehmen. Denn was nicht tatsächlich gekauft und genutzt wird, bleibt im Boden – eine Lagerung größerer Mengen Sand und Kies ist in der Praxis nicht möglich.


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