Kiesindustrie und Politik diskutieren Chancen für den Hochwasserschutz


Auftakt der Veranstaltungsreihe „kies im dialog“ liefert Ansätze, wie der Hochwasserschutz am Niederrhein durch kluge Kooperationen verbessert werden kann

Wesel, 07. Mai 2015. Der Hochwasserschutz am Niederrhein sollte mit größerem Nachdruck vorangetrieben werden. Dabei gelte es, die Synergieeffekte zwischen Kiesgewinnung und Hochwasserschutz besser zu nutzen.Das waren zwei wichtige Ergebnisse der gestrigen Veranstaltung „kies im dialog – Chancen für den Hochwasserschutz“ in Wesel. 70 Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik, Verwaltung, Deichverbänden, Bürgervereinen, Naturschutz und Unternehmen nahmen an der Veranstaltung des Initiativkreises „Zukunft Niederrhein“ teil. Darunter war auch der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Norbert Meesters, der den Eröffnungsvortrag hielt.

Kies im DialogZiel der Veranstaltung war es, Potenziale einer Zusammenarbeit von Hochwasserschutz-Beauftragten, Politik und Kiesunternehmen zu identifizieren. In der Diskussion wurde deutlich, dass sich die Teilnehmer einen engeren Austausch der Akteure wünschen. „Wir müssen das Denk- und Sprechverbot zwischen den verschiedenen Gruppen aufheben und ergebnisoffen diskutieren“, forderte Michael Hüging-Holemans, Koordinator des Initiativkreises. Dieser Forderung stimmten zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung zu. Zudem waren sich die meisten Teilnehmer einig, dass die Kiesgewinnung im Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen eine nachhaltige Rohstoffpolitik unterstützt. Denn bei vielen Schutzmaßnahmen werde der Rohstoff zwangsläufig bewegt. Eine Verknüpfung von Hochwasserschutz und Kiesgewinnung könnte gesellschaftlichen und ökonomischen Mehrwert schaffen. Eine Genehmigung für solche Kooperationsprojekte zu bekommen, sei jedoch schwierig.

Der Sprecher für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der SPD-Fraktion im Landtag NRW, Norbert Meesters, betonte in seinem Eröffnungsvortrag, dass die Unternehmen der Kiesindustrie am Niederrhein wichtige Akteure und Partner bei der Schaffung eines funktionierenden Hochwasserschutzes seien. Sie leisteten seit langer Zeit mit dem nötigen Know-how einen wichtigen Beitrag. Bei den oft zitierten ‚Integrierten Projekten‘ seien das Wissen und die Kompetenz der Unternehmen ein wichtiger Baustein, um das Ziel eines vorsorgenden Hochwasserschutzes zu erreichen und die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in der Region zu sichern. „Gerade hier in Wesel haben wir sehr gute Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und streben weitere Projekte an, die zur Umsetzung landespolitisch bedeutsamer Ziele der Wasserrahmenrichtlinie hervorragende Beiträge leisten können“, bekräftigte Meesters.

Auch Diplom-Ingenieur Bernd Isselhorst, der viele Jahre bei der Bezirksregierung Düsseldorf für die Genehmigung von Hochwasserschutzmaßnahmen zuständig war, machte die Synergieeffekte zwischen Hochwasserschutz und Kiesgewinnung anhand zahlreicher Beispiele deutlich. So waren die Kiesunternehmen in den letzten Jahrzehnten bereits Partner bei vielen Maßnahmen am Niederrhein, unter anderem an der Flürener Aue und der Walsumer Rheinaue, den Poldern Orsoy–Land und Lohrwardt sowie im Lippemündungsraum. Isselhorst nannte die Öffnung der „Sperrklausel“ im Gebietsentwicklungsplan als notwendige Voraussetzung, damit die gemeinsamen Potenziale von Kiesgewinnung und Hochwasserschutz weiter genutzt werden könnten. Damit spielte er auf die Regelung an, der zufolge bei den Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie im Rheinvorland gewonnene Sande und Kiese nicht wirtschaftlich verwertet werden dürfen.

Wie Kiesgewinnung, Hochwasser- und Naturschutz in Einklang gebracht werden können, erläuterte Ingenieur Edwin Geraeds von Grontmij Nederland B.V. am Beispiel der Zandmaas in den Niederlanden. Kein unwichtiger Punkt dabei: Von der Einbeziehung der Kiesunternehmen profitiert auch die öffentliche Hand, da die Unternehmen die Projektkosten mittragen.

Über die Veranstaltungsreihe kies im dialog:
Seit Gründung des Initiativkreises „Zukunft Niederrhein“ suchen die niederrheinischen Kies- und Sandunternehmen regelmäßig den Dialog mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Vertretern aus der Region. Um diesen Dialog zu verstetigen, startet im Jahr 2015 die Veranstaltungsreihe kies im dialog. Unter diesem Titel bieten die Kiesunternehmen einen Austausch zu wichtigen regionalen Themen an, zu denen sie einen konkreten Beitrag leisten wollen. Damit lösen die Kies- und Sandunternehmen auch das in der Gemeinsamen Erklärung des Initiativkreises gegebene Versprechen ein, die Zukunft der Region aktiv mitzugestalten.

Über den Initiativkreis „Zukunft Niederrhein“:
Der Initiativkreis „Zukunft Niederrhein“ ist ein Forum der Unternehmen der Kies- und Sandindustrie am Niederrhein. Das Forum hat es sich zur Aufgabe gemacht, Perspektiven für die gesamte Region zu entwickeln. Die Unternehmen des Initiativkreises sind oft seit mehr als 100 Jahren in der Region tätig. Mitglied im Initiativkreis „Zukunft Niederrhein“ sind Teunesen Sand und Kies GmbH, gmg Goch GmbH & Co. KG, Gossens GmbH & Co. KG, Heeren-Herkener Kiesbaggerei GmbH, Holemans GmbH, Hülskens Holding GmbH & Co. KG, Kieswerk Grotendonk GmbH, Kieswerk Maas-Roeloffs GmbH & Co. KG, Kieswerk Wissel GmbH, Risch Gruppe, RMKS Rhein Main Kies und Splitt GmbH & Co. KG, Siemes Sand- und Kiesbaggerei GmbH & Co. KG, Theo Kuypers Kiesbaggerei GmbH, Welbers Kieswerke GmbH. Weitere Informationen rund um die Kiesgewinnung am Niederrhein und zum Initiativkreis „Zukunft Niederrhein“ finden Sie auf der Internetseite www.zukunft-niederrhein.de.


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