Niederrhein, 17. April 2026 – Was nützt das viele Geld für Infrastruktur, wenn es an den notwendigen Rohstoffen fehlt und an den Genehmigungen, um sie zu gewinnen? Diese Frage stellt der neue Film „Was nützen Scheine ohne Steine“, den die Initiative zukunft niederrhein gemeinsam mit dem Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO) und der Initiative KiWi (Kieswirtschaft im Dialog) produziert hat.
Premiere und klare Worte zur Bürokratie
Der Film wurde jetzt in Stuttgart erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Für zukunft niederrhein war Geschäftsführer Sascha Kruchen vor Ort, der die Premiere auch zum Austausch nutzte, unter anderem mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der als einer der profiliertesten Kritiker überbordender Bürokratie gilt. Palmer machte dabei deutlich: „Der Film ist brillant, weil er die Kernthemen der Bürokratie in Deutschland herausarbeitet.“ Zugleich kritisierte er, dass viele der entscheidenden Probleme zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhielten. Der Film leiste hier einen wichtigen Beitrag. Bei ihm habe er „zig Déjà-vus allein aus der letzten Woche“ ausgelöst. Kruchen betonte: „Was viele Menschen am Niederrhein als regionales Konfliktthema erleben, ist in Wahrheit ein bundesweites Problem.“ Ob Kies, Sand oder Naturstein, die Gewinnung mineralischer Rohstoffe wird durch langwierige und zu komplexe Genehmigungsverfahren zunehmend erschwert. Projekte verzögern sich über Jahre, teilweise Jahrzehnte. Der neue Film des Kölner Regisseurs Søren Eiko Mielke widmet sich diesem Thema mit einer Mischung aus analytischer Schärfe und pointierter Leichtigkeit.
Rohstoffversorgung unter Druck, auch am Niederrhein
Dabei ist die Situation auch am Niederrhein ernst: Ohne neue Genehmigungen droht die Produktion der unverzichtbaren Baurohstoffe Sand und Kies in der Region in den kommenden zehn Jahren weitgehend zum Erliegen zu kommen. Dabei attestiert der jüngst veröffentlichte NRW-Rohstoffmonitoring-Bericht einen weiterhin hohen Bedarf: „Die NRW-Industrie wird auch in den kommenden zehn Jahren noch in erheblichem Umfang auf die Gewinnung des Primärrohstoffs Kies und Sand angewiesen sein.“ Er wird für den Wohnungsbau, den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur sowie die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft gebraucht.
zukunft niederrhein ist sich bewusst, dass die Gewinnung von Sand und Kies in der Region ein emotional diskutiertes Thema ist. Gerade deshalb will die Initiative mit dem Film zur Versachlichung beitragen: Er zeigt anhand zahlreicher Beispiele aus ganz Deutschland, wie komplex die Verfahren sind, wo konkrete Hürden liegen und warum dringend Lösungen benötigt werden.
Mehrere Filmversionen auf YouTube
Im Film kommen neben Menschen aus der Praxis auch prominente politische Stimmen zu Wort, darunter Bundes- und Landespolitiker, die den Handlungsdruck beim Bürokratieabbau unterstreichen. Ihre Botschaft ist klar: Wenn Deutschland seine Infrastruktur modernisieren will, müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich schneller und effizienter werden. Mit „Was nützen Scheine ohne Steine“ setzt zukunft niederrhein gemeinsam mit seinen Partnern einen Impuls für diese Debatte. Es gibt den Film in einer längeren Doku-Fassung und in einer rund 10-minütigen Kurzversion.
„Was nützen Scheine ohne Steine“ ab sofort hier auf YouTube verfügbar:


„Wer Floating-PV auf Baggerseen pauschal mit Greenwashing gleichsetzt, ignoriert nicht nur die Fakten, sondern schadet auch der Region“, erklärt zukunft niederrhein-Geschäftsführer Sascha Kruchen. „Unsere Unternehmen nutzen ihre eigenen Betriebsflächen zur regenerativen Stromerzeugung – das ist weder neu noch fragwürdig, sondern aktiver Beitrag zur Energiewende und zur Dämpfung der Stromkosten.“
Laut aktuellen Branchenberechnungen wird die regionale Gewinnung von Sand und Kies in der Region Niederrhein/Düsseldorf in den kommenden zehn Jahren um bis zu 85 Prozent zurückgehen, wenn keine politischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, so die alarmierende Botschaft bei einer Pressekonferenz der Initiative am Montag (2.6.2025) in Kleve. „Wir stehen vor einem Paradoxon: Milliarden für die Infrastruktur sind da – aber niemand fragt, womit eigentlich gebaut werden soll“, sagt zukunft niederrhein-Geschäftsführer Sascha Kruchen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Rohstoffverknappung zur Kostenlawine – für Bauunternehmen, für Kommunen und am Ende für alle Steuerzahler.“ Das statistische Landesamt in NRW bestätigt schon jetzt steigende Preise bei sinkender Produktionsmenge – ein wirtschaftlicher Frühindikator für Versorgungsengpässe.
„Wenn die Bauwirtschaft jetzt wieder Fahrt aufnimmt, drohen schnell Engpässe bei der Versorgung mit Sand und Kies“, erklärt Sascha Kruchen, Geschäftsführer von zukunft niederrhein. „Schon jetzt müssen beispielsweise im Regierungsbezirk Düsseldorf viele Sand- und Kiesbetriebe schließen, weil die nötigen Gewinnungsgenehmigungen fehlen. Wenn wir das Sanierungspaket erfolgreich nutzen wollen, braucht es eine verlässliche regionale Rohstoffgewinnung.“






