Rohstoffmonitoring-Bericht NRW: Studie entlarvt Mythen – Kiesbedarf bleibt hoch, Genehmigungen brechen weg Niederrhein, 1. April 2026 – Die Initiative zukunft niederrhein begrüßt ausdrücklich den Ansatz eines wissenschaftlich fundierten Rohstoffmonitorings. Die nun vom NRW-Wirtschaftsministerium...
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Nach OVG-Urteil: Versorgungssicherheit bleibt zentrale Herausforderung

Niederrhein/Münster, 12. Juni 2026 – Die heutige Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen ändert nichts an einer grundlegenden Herausforderung für die Region Ruhr und ganz NRW: Die Versorgung mit heimischen Rohstoffen muss auch in Zukunft gesichert werden.

„Das Urteil beseitigt weder den Rohstoffbedarf noch schafft es neue Lagerstätten. Es beantwortet lediglich eine rechtliche Frage. Es beantwortet aber nicht die Frage, wie die Bauwirtschaft künftig mit Sand und Kies für Wohnungen, Straßen, Brücken, Schulen und die Energiewende versorgt werden soll“, erklärt Sascha Kruchen, Geschäftsführer vonzukunft niederrhein.

Urteil kann Rohstoffbedarf nicht senken

Die Verfahrensunterlagen zeigen nämlich, dass die Versorgungslage bereits zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Regionalplans mehr als angespannt war. Danach deckten die tatsächlich genehmigten Restflächen im Jahr 2024 nur noch einen gesicherten Versorgungszeitraum von rund fünf Jahren ab und die Genehmigungslage hat sich bis heute nahezu nicht verbessert. Wir steuern sehenden Auges in eine massive Versorgungslücke.

Gleichzeitig reicht die Tragweite des heutigen Urteils weit über die Rohstoffsicherung hinaus. Mit der vollständigen Unwirksamkeit des Regionalplans Ruhr verliert die gesamte Region ihre zentrale planerische Grundlage. Betroffen sind nicht nur die Festlegungen zur Rohstoffgewinnung, sondern unter anderem auch die Planung von Wohnbauflächen, Gewerbe- und Industriegebieten, Windenergiezonen sowie wichtigen Infrastrukturprojekten.

Ausgewiesene Gewinnungsflächen bleiben genehmigungsfähig

„Die Region Ruhr steht damit vor einer Phase erheblicher Unsicherheit. Das Urteil betrifft nicht nur die Rohstoffversorgung, sondern zahlreiche Zukunftsfragen der regionalen Entwicklung. Umso mehr stellt sich die Frage, ob die vergangenen Jahre nicht besser für einen konstruktiven Dialog und gemeinsame Lösungen genutzt worden wären, statt immer neue juristische Auseinandersetzungen zu führen“, erklärt Kruchen.

Allerdings bleiben die aktuell ausgewiesenen Abgrabungsbereiche auch in den Kläger-Kommunen nach dem heutigen Urteil genehmigungsfähig, es fällt lediglich die planerische Steuerung weg. Das bedeutet auch, dass die Unternehmen nun sogar Anträge für beliebige Gewinnungsflächen stellen können. Diese außergewöhnliche Rechtslage gab es vor einigen Jahren schon im Regierungsbezirk Köln

Die Rechnung landet bei Städten, Gemeinden und Bürgern

zukunft niederrhein warnt auch vor den Folgen einer weiteren Verknappung der heimischen Rohstoffversorgung. Die Preise für Sand und Kies sind in Nordrhein-Westfalen laut it.nrw in den letzten zehn Jahren um 90 Prozent gestiegen. Gleichzeitig kämpfen viele Kommunen mit erheblichen Haushaltsdefiziten und stehen vor großen Investitionen in ihre Infrastruktur. Wer dann die regionale Sand- und Kiesgewinnung weiter verknappt, macht Straßen, Brücken, Schulen und Wohnungsbau teurer.

„Der Preis einer unsicheren Rohstoffversorgung landet am Ende nicht bei den Gerichten, sondern in den Haushalten unserer Städte und Gemeinden. Und damit letztlich bei den Bürgerinnen und Bürgern. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass neue Abhängigkeiten

meist erst dann bemerkt werden, wenn die Rechnung kommt. Wir sollten bei unverzichtbaren Baurohstoffen nicht denselben Fehler machen. Es geht nicht um die Interessen einer Branche. Es geht um die Frage, wie ein Industrieland seine Infrastruktur erhalten, bezahlbaren Wohnraum schaffen, die Energiewende umsetzen und seinen Bürgerinnen und Bürgern auch künftig funktionierende öffentliche Leistungen bieten will“, so Kruchen abschließend.

Genehmigte Kiesvorräte reichen nur noch für fünf Jahre

Niederrhein/Münster, 10. Juni 2026 – Kurz vor der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen zum Regionalplan Ruhr bringen jüngst ins laufende Gerichtsverfahren eingebrachte Unterlagen eine alarmierende Tatsache ans Licht. Sie zeichnen nämlich ein deutlich anderes Bild der tatsächlichen Rohstoffversorgung in der Region als die ständig zitierten Monitoringberichte.

Während sich Gegner neuer Gewinnungsflächen seit Jahren auf die Angaben des Geologischen Dienstes berufen und auf eine rechnerische Versorgungsreichweite von mehr als 20 Jahren verweisen, zeigen die bisher unbekannten Berechnungen der Regionalplanungsbehörde, die Bestandteil der Gerichtsakten sind, eine deutlich kritischere Realität: Danach reichten die tatsächlich genehmigten Restmengen für Sand und Kies Anfang 2021 nur noch für rund sieben Jahre. Für den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Regionalplans Ruhr im Jahr 2024 wurde dieser Wert auf lediglich rund fünf Jahre fortgeschrieben. „Uns liegen die entsprechenden Unterlagen aus dem Verfahren vor. Sie belegen schwarz auf weiß, wie es tatsächlich um die Versorgungssicherung steht“, erklärt Sascha Kruchen, Geschäftsführer von zukunft niederrhein.

21 Jahre in der Debatte, fünf Jahre in den Genehmigungen

Nach Auffassung der Initiative bestätigt sich damit ein Einwand, den die Sand- und Kiesunternehmen schon lange vortragen: Die Reichweiten des Abgrabungsmonitorings dürfen nicht mit tatsächlich verfügbaren Vorräten gleichgesetzt werden. Denn das Monitoring erfasst auch Flächen, die zwar geologisch Rohstoffe enthalten, für eine Gewinnung aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung stehen, etwa wegen der Eigentumsverhältnisse, konkurrierender Nutzungen, naturschutzrechtlicher Restriktionen, mangelnder Wirtschaftlichkeit oder unzureichender Rohstoffqualität.

„Seit Jahren wird von Teilen der Politik und der Kiesgegnerschaft der Eindruck vermittelt, die Region verfüge noch über Rohstoffvorräte für mehrere Jahrzehnte. Die jetzt vorliegenden Zahlen zeigen jedoch, dass die tatsächlich genehmigten und damit real verfügbaren Vorräte schon kurz vor Inkrafttreten des neuen Regionalplans nur noch wenige Jahre ausgereicht hätten. Genau auf diese Diskrepanz haben wir immer hingewiesen und sie ist tatsächlich noch größer als wir befürchtet hatten.“

Die Versorgungslücke ist keine Zukunftsfrage

Besonders besorgniserregend ist aus Sicht der Initiative, dass diese Situation keine theoretische Zukunftsbetrachtung darstellt. Seitdem der Regionalplan rechtskräftig ist, sind nämlich nahezu keine neuen Gewinnungsprojekte genehmigt worden. Die Situation spitzt sich also eher zu und die neu ausgewiesen Flächen werden dringend gebraucht. Ein Erfolg der Klagen der Kommunen gegen den Regionalplan würde die eigentliche Herausforderung dementsprechend weiter verschärfen.

„Die Versorgungslücke liegt nicht irgendwann in der Zukunft. Sie ist bereits heute das zentrale Problem. Mit jedem Jahr werden genehmigte Vorräte genutzt. Umso unverständlicher ist es, wenn weiterhin Genehmigungsstopps, ein Ausstieg aus der heimischen Rohstoffgewinnung oder die Streichung neuer Gewinnungsflächen gefordert werden“, so Kruchen.

Am Ende zahlen Bürger und Kommunen die Rechnung

Die Folgen einer weiteren Verknappung wären weit über die Rohstoffwirtschaft hinaus spürbar. Die aktuelle Rohstoffstudie der NRW-Landesregierung prognostiziert für das Jahr 2035 weiterhin einen Bedarf von mehr als 50 Millionen Tonnen Sand und Kies. Gleichzeitig sind die Preise für Sand und Kies in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zehn Jahren bereits um rund 90 Prozent gestiegen.*

„Wer die heimische Rohstoffversorgung weiter einschränkt, verteuert nicht nur das Bauen. Er verteuert Straßen, Brücken, Schulen, Energiewende und damit zentrale Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge.“ Besonders kritisch ist das vor dem Hintergrund der finanziellen Lage vieler Städte und Gemeinden: „Zahlreiche Kommunen kämpfen bereits heute mit Rekorddefiziten und gleichzeitig mit einem gewaltigen Investitionsstau. Die Rechnung für eine unsichere Rohstoffversorgung landet am Ende nicht bei Gerichten oder Behörden. Sie landet in den Haushalten unserer Städte und Gemeinden und damit bei den Bürgerinnen und Bürgern.“

Mit Sorge blickt die Initiative auch auf andere Planungsregionen. So weist das aktuelle Abgrabungsmonitoring für den Regierungsbezirk Düsseldorf derzeit rechnerische Reichweiten von knapp 29 Jahren aus. Nach Berechnungen der Branche werden die tatsächlich genehmigten Vorräte auch dort bereits in wenigen Jahren aufgebraucht sein. Die jetzt bekannt gewordenen Zahlen für die Region Ruhr sollten deshalb ein Weckruf sein. Nordrhein-Westfalen darf sich bei unverzichtbaren Baurohstoffen nicht in theoretischer Sicherheit wiegen. Entscheidend sind nicht die Rohstoffe, die irgendwo im Boden liegen, sondern die Rohstoffe, die tatsächlich gewonnen werden dürfen.

„Es geht nicht um die Interessen einer Branche. Es geht um die Frage, ob wir auch künftig bezahlbaren Wohnungsbau, leistungsfähige Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen wollen. Wer die heimische Rohstoffversorgung schwächt, gefährdet langfristig einen Teil unseres Wohlstands“, so Kruchen abschließend.

* Quelle: IT.NRW / Mai 2026

Premiere mit Boris Palmer: Niederrhein-Initiative unterstützt Film gegen Bürokratie

Niederrhein, 17. April 2026 – Was nützt das viele Geld für Infrastruktur, wenn es an den notwendigen Rohstoffen fehlt und an den Genehmigungen, um sie zu gewinnen? Diese Frage stellt der neue Film „Was nützen Scheine ohne Steine“, den die Initiative zukunft niederrhein gemeinsam mit dem Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO) und der Initiative KiWi (Kieswirtschaft im Dialog) produziert hat.

Premiere und klare Worte zur Bürokratie

Der Film wurde jetzt in Stuttgart erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Für zukunft niederrhein war Geschäftsführer Sascha Kruchen vor Ort, der die Premiere auch zum Austausch nutzte, unter anderem mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der als einer der profiliertesten Kritiker überbordender Bürokratie gilt. Palmer machte dabei deutlich: „Der Film ist brillant, weil er die Kernthemen der Bürokratie in Deutschland herausarbeitet.“ Zugleich kritisierte er, dass viele der entscheidenden Probleme zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhielten. Der Film leiste hier einen wichtigen Beitrag. Bei ihm habe er „zig Déjà-vus allein aus der letzten Woche“ ausgelöst. Kruchen betonte: „Was viele Menschen am Niederrhein als regionales Konfliktthema erleben, ist in Wahrheit ein bundesweites Problem.“ Ob Kies, Sand oder Naturstein, die Gewinnung mineralischer Rohstoffe wird durch langwierige und zu komplexe Genehmigungsverfahren zunehmend erschwert. Projekte verzögern sich über Jahre, teilweise Jahrzehnte. Der neue Film des Kölner Regisseurs Søren Eiko Mielke widmet sich diesem Thema mit einer Mischung aus analytischer Schärfe und pointierter Leichtigkeit.

Rohstoffversorgung unter Druck, auch am Niederrhein

Dabei ist die Situation auch am Niederrhein ernst: Ohne neue Genehmigungen droht die Produktion der unverzichtbaren Baurohstoffe Sand und Kies in der Region in den kommenden zehn Jahren weitgehend zum Erliegen zu kommen. Dabei attestiert der jüngst veröffentlichte NRW-Rohstoffmonitoring-Bericht einen weiterhin hohen Bedarf: „Die NRW-Industrie wird auch in den kommenden zehn Jahren noch in erheblichem Umfang auf die Gewinnung des Primärrohstoffs Kies und Sand angewiesen sein.“ Er wird für den Wohnungsbau, den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur sowie die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft gebraucht.

zukunft niederrhein ist sich bewusst, dass die Gewinnung von Sand und Kies in der Region ein emotional diskutiertes Thema ist. Gerade deshalb will die Initiative mit dem Film zur Versachlichung beitragen: Er zeigt anhand zahlreicher Beispiele aus ganz Deutschland, wie komplex die Verfahren sind, wo konkrete Hürden liegen und warum dringend Lösungen benötigt werden.

Mehrere Filmversionen auf YouTube

Im Film kommen neben Menschen aus der Praxis auch prominente politische Stimmen zu Wort, darunter Bundes- und Landespolitiker, die den Handlungsdruck beim Bürokratieabbau unterstreichen. Ihre Botschaft ist klar: Wenn Deutschland seine Infrastruktur modernisieren will, müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich schneller und effizienter werden. Mit „Was nützen Scheine ohne Steine“ setzt zukunft niederrhein gemeinsam mit seinen Partnern einen Impuls für diese Debatte. Es gibt den Film in einer längeren Doku-Fassung und in einer rund 10-minütigen Kurzversion.

„Was nützen Scheine ohne Steine“ ab sofort hier auf YouTube verfügbar:

Lange Fassung / Kurzversion

Rohstoffmonitoring-Bericht NRW: Studie entlarvt Mythen – Kiesbedarf bleibt hoch, Genehmigungen brechen weg

Niederrhein, 1. April 2026 – Die Initiative zukunft niederrhein begrüßt ausdrücklich den Ansatz eines wissenschaftlich fundierten Rohstoffmonitorings. Die nun vom NRW-Wirtschaftsministerium vorgestellte Studie des RWI  bestätigt zentrale Aussagen der Branche und widerlegt zugleich zentrale Narrative der organisierten Kiesgegnerschaft.

Der Monitoringbericht stellt schon im ersten Satz unmissverständlich fest: „Die NRW-Industrie wird auch in den kommenden zehn Jahren noch in erheblichem Umfang auf die Gewinnung des Primärrohstoffs Kies und Sand angewiesen sein. “Zudem wird die wirtschaftliche Bedeutung klar benannt: „Die Sicherung der Versorgung der Bauindustrie mit Rohstoffen ist bedeutsam, weil eventuelle Engpässe mit wachstumshemmenden Auswirkungen verbunden sein könnten.“

„Wir haben ein wissenschaftliches Monitoring immer unterstützt, weil wir genau dieses Ergebnis erwartet haben“, erklärt Sascha Kruchen, Geschäftsführer der Initiative zukunft niederrhein. „Nordrhein-Westfalen wird auch in zehn Jahren noch über 50 Millionen Tonnen Sand und Kies aus regionaler Gewinnung benötigen, bei einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung sogar bis zu 57,5 Millionen Tonnen. Genau das wurde von der Anti-Kies-Lobby jahrelang bestritten.“

Kein Rückgang, die Realität widerspricht der politischen Darstellung

Die vom NRW-Wirtschaftsministerium verbreitete Interpretation eines sinkenden Bedarfs ist irreführend. Sie basiert in der Studie auf einem Vergleich mit dem außergewöhnlich hohen Produktionsjahr 2022 und blendet die aktuelle Marktentwicklung vollständig aus. Tatsächlich liegt die Produktion bereits heute unter den prognostizierten Bedarfswerten für 2035.

Ein realer Nachfragerückgang lässt sich aus der Studie daher nicht ableiten. Im Gegenteil: Setzt man die Prognosen in Bezug zur aktuellen Produktion, ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf: im Mittel bei rund vier Prozent, bei positiver wirtschaftlicher Entwicklung sogar bis zu zwölf Prozent.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet das gleiche Institut, welches das Rohstoffmonitoring für die Landesregierung erstellt hat, in einer zeitgleich veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden2 zu einem klaren Mehrbedarf kommt. Dort wird für 2035 in Deutschland ein deutlicher Anstieg der Primärrohstoffnachfrage prognostiziert, der überwiegend auf Sand, Kies und Naturstein entfällt. Die Annahme, der Bedarf werde automatisch sinken, ist damit selbst durch die eigenen wissenschaftlichen Grundlagen nicht gedeckt. „Wer jetzt von sinkendem Bedarf spricht oder sogar das Aussetzen von Genehmigungsverfahren fordert, hat die Studie entweder nicht gelesen oder bewusst missverstanden“, so Kruchen. „Die Realität ist eine andere: Der Bedarf bleibt hoch und die Versorgung wird schwieriger.“ 

Recycling: Studie beendet Wunschdenken

Die Studie setzt auch beim Thema Recycling einen klaren Faktencheck. Das zusätzliche Aufkommen an Recyclingbaustoffen steigt bis 2035 im Mittel lediglich um gerade einmal 0,6 Millionen Tonnen. Das entspricht nur gut einem Prozent des prognostizierten Bedarfs an Sand und Kies. Hinzu kommt noch, dass diese Mengen laut Bericht nicht vollständig als Ersatz für Sand und Kies zur Verfügung stehen, da sie auch andere Rohstoffe substituieren. Der tatsächliche Entlastungseffekt ist also noch geringer.

„Wir stehen klar hinter der Kreislaufwirtschaft und unterstützen jede sinnvolle Nutzung von Recyclingbaustoffen“, erklärt Kruchen. „Aber wir haben immer gesagt: Die Potenziale sind minimal. Die Studie bestätigt genau das. Die ideologischen Recycling-Fantasien der Kiesgegner haben damit keine Grundlage mehr.“

Besonders alarmierend ist vor diesem Hintergrund die tatsächliche Genehmigungssituation. Selbst wenn man hier die Annahmen der Studie zugrunde legt, müssten weiterhin über 90 Prozent des Bedarfs durch heimische Gewinnung gedeckt werden. Gleichzeitig brechen die genehmigten Gewinnungsmengen insbesondere am Niederrhein dramatisch ein: Im Regierungsbezirk Düsseldorf sinken sie bei unseren Unternehmen bis 2035 faktisch auf null, weil es keine wirklich verfügbaren Flächen mehr gibt. Auch im Bereich des Regionalverbands Ruhr verbleiben nur noch minimale Mengen. „Die Studie beschreibt einen klaren Bedarf, aber die Politik verhindert zunehmend dessen Deckung“, so Kruchen. „Das ist der eigentliche Widerspruch.“ Ohne eine verlässliche und realitätsnahe Genehmigungspolitik läuft Nordrhein-Westfalen sehenden Auges in eine strukturelle Baurohstofflücke.

Unehrliche Debatte über Floating-PV

Niederrhein, 18. Juni 2025 – Die Initiative zukunft niederrhein weist die Aussagen des SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider zur Nutzung von Baggerseen für schwimmende Photovoltaik (Floating-PV) mit Nachdruck zurück. Die von Schneider formulierte Kritik an der Energienutzung durch die heimischen Sand- und Kiesunternehmen verkennt sowohl die ökologische als auch die wirtschaftliche Realität am Niederrhein.

„Wer Floating-PV auf Baggerseen pauschal mit Greenwashing gleichsetzt, ignoriert nicht nur die Fakten, sondern schadet auch der Region“, erklärt zukunft niederrhein-Geschäftsführer Sascha Kruchen. „Unsere Unternehmen nutzen ihre eigenen Betriebsflächen zur regenerativen Stromerzeugung – das ist weder neu noch fragwürdig, sondern aktiver Beitrag zur Energiewende und zur Dämpfung der Stromkosten.“

Baggerseen sind nachweislich auch keine „toten Gewässer“, wie Schneider unterstellt. Untersuchungen belegen, dass sie in der Regel eine höhere Biodiversität aufweisen als die vorherigen Intensivagrarflächen. Floating-PV wirkt darüber hinaus positiv auf die Gewässerökologie: Die Module reduzieren die Verdunstung, bremsen die Algenbildung und leisten so auch einen Beitrag zum Artenschutz – wie auch der Landesverband Erneuerbare Energien NRW bestätigt.

Fakten statt Unterstellungen: Floating-PV nutzt Klima, Natur und Region

Die Initiative kritisiert, dass bestehende gesetzliche Einschränkungen den Ausbau von Floating-PV unverhältnismäßig bremsen. Deshalb hat die Landesregierung angekündigt, diese Hemmnisse mit einer Bundesratsinitiative abzubauen. Es ist daher unverständlich, warum Schneider hier Gegenpositionen vertritt – zumal seine eigene Partei auf Bundesebene für einen Industriestrompreis eintritt, um den Standort Deutschland zu stärken und die Strompreise sind natürlich auch für die Rohstoffunternehmen ein zentraler Faktor

„Am Niederrhein werden regionale Baurohstoffe mit regionalem Ökostrom produziert. Solaranlagen auf Baggerseen sind also ein sinnvoller Baustein, um regionale Wertschöpfung mit Klimaschutz zu verbinden – ohne zusätzliche Eingriffe in die Landschaft“, so Kruchen weiter. zukunft niederrhein stellt dabei klar: Floating-PV ist kein Vorwand für neue Gewinnungsgebiete. Es geht darum, vorhandene Wasserflächen sinnvoll zu nutzen – für die Energiewende, für die Region und für eine bezahlbare Bauzukunft.

Gesprächsbereitschaft statt Polarisierung

Gerade in der aktuellen Wirtschaftslage ist es nämlich völlig fehl am Platz, Neiddebatten über unternehmerisches Handeln zu führen. Die anhaltende, überwiegend unehrlich geführte Diskussion über einen Ausstieg aus der heimischen Sand- und Kiesgewinnung sorgt für enorme Verunsicherung im Bausektor und wirkt damit als zusätzlicher Preistreiber bei den Rohstoffen. Davon profitiert die Allgemeinheit schon mal nicht – im Gegenteil: Steigende Baukosten treffen besonders die öffentliche Hand und die privaten Bauwilligen.

Als Initiative setzen wir bewusst auf Transparenz und den offenen Dialog. Wir laden alle politischen Akteure, Verbände und Bürgerinnen und Bürger ein, die Chancen und Herausforderungen der Rohstoffgewinnung am Niederrhein sachlich zu diskutieren – insbesondere auch im Hinblick auf die anstehenden Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Die Versorgung mit regionalen Baurohstoffen, der Schutz von Natur und Klima sowie die Zukunftsfähigkeit als Industriestandort gehören aus unserer Sicht gemeinsam auf die öffentliche Agenda.

 

Ohne Baurohstoffe keine Infrastruktur

Niederrhein, 2. Juni 2025 – Die Initiative zukunft niederrhein warnt vor einer drohenden Versorgungslücke bei den wichtigsten Baurohstoffen Sand und Kies – und das vor dem Hintergrund des milliardenschweren Infrastrukturpakets der Bundesregierung. Während die öffentliche Hand investieren will, bricht die regionale Rohstoffgewinnung kontinuierlich weg – vor allem am Niederrhein. Die Ursachen sind politisch hausgemacht: fehlende Genehmigungen, nicht nutzbare Vorratsflächen und stockende Regionalpläne.

Laut aktuellen Branchenberechnungen wird die regionale Gewinnung von Sand und Kies in der Region Niederrhein/Düsseldorf in den kommenden zehn Jahren um bis zu 85 Prozent zurückgehen, wenn keine politischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, so die alarmierende Botschaft bei einer Pressekonferenz der Initiative am Montag (2.6.2025) in Kleve. „Wir stehen vor einem Paradoxon: Milliarden für die Infrastruktur sind da – aber niemand fragt, womit eigentlich gebaut werden soll“, sagt zukunft niederrhein-Geschäftsführer Sascha Kruchen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Rohstoffverknappung zur Kostenlawine – für Bauunternehmen, für Kommunen und am Ende für alle Steuerzahler.“ Das statistische Landesamt in NRW bestätigt schon jetzt steigende Preise bei sinkender Produktionsmenge – ein wirtschaftlicher Frühindikator für Versorgungsengpässe.

Regionale Wirtschaft ist alarmiert

Auch verarbeitende Unternehmen vor Ort erkennen die Warnsignale. Jan Steufkens, Prokurist der REDSUN GmbH & Co. KG in Kevelaer, berichtet: „Für unsere Produktion von Pflaster, Platten und Betonelementen sind wir auf mineralische Rohstoffe angewiesen. Mit Sorge beobachten wir, dass bestehende Abgrabungen auslaufen, die Landesregierung weitere Einschränkungen plant und Betriebe kaum noch Erweiterungen genehmigt bekommen. Uns bleiben kaum Alternativen – es se denn, wir nehmen massive Transportwege in Kauf, was mit erheblichen Kosten und weiteren, großen Belastungen einhergeht.“

Die Initiative fordert eine zügige Überprüfung und Neuausweisung geeigneter Gewinnungsflächen im Regionalplan Düsseldorf. Zudem sollten bereits im Plan enthaltene Reserve- und Sondierungsflächen, die nachweislich nutzbar sind, als BSAB-Flächen mit Genehmigungsperspektive eingestuft werden. Außerdem brauchen wir ein Rohstoffmonitoring, das zukünftige Bedarfe berücksichtigt und sich nicht auf Vorräte stützt, die es gar nicht gibt.

Ein Fünftel des bundesweiten Bedarfs an Sand und Kies wird in Nordrhein-Westfalen produziert – und genutzt. Nirgendwo ist die Abhängigkeit von regionaler Versorgung größer. „Wenn in unserer Region die Produktion einbricht, trifft das die gesamte Bauwirtschaft mit voller Wucht. Infrastrukturprojekte verzögern sich. Baukosten explodieren. Unternehmen wandern ab – oder geben auf“, so Sascha Kruchen von zukunft niederrhein. 

Lesen Sie mehr zu diesen Themen auch in der neuen Ausgabe von „kies im dialog“.

 

kies im dialog – Ausgabe 3 ist da!

Ob Brücken, Straßen, Schulen, Krankenhäuser oder Kanalisation: Milliarden sollen in Deutschlands Infrastruktur fließen – doch die wichtigsten Baurohstoffe werden knapp. In der neuen Ausgabe von kies im dialog werfen wir einen klaren Blick auf die wachsende Versorgungslücke bei Sand und Kies – und zeigen, warum Recycling allein das Problem nicht lösen wird.

Freuen Sie sich auf spannende Einblicke:

🏛️ Investitionspaket mit Nebenwirkung
Die Investitionsoffensive für Infrastruktur bringt Chancen – aber auch massiven zusätzlichen Rohstoffbedarf. Warum ohne regional gesicherte Vorkommen selbst die besten Baupläne ins Leere laufen könnten.

🛑 Versorgungslücke voraus: Warum viele offiziell ausgewiesene Rohstoffflächen nur auf dem Papier existieren – und was das für Kommunen bedeutet.

♻️ Recycling mit Grenzen: Ein Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme über das reale Potenzial von Recyclingbaustoffen – und die Illusion völliger Unabhängigkeit von Primärrohstoffen.

📉 Statistische Täuschung: Wie das aktuelle Abgrabungsmonitoring trügerische Sicherheiten schafft – und reale Engpässe verschleiert.

Hier geht es zur aktuellen kies im dialog-Ausgabe!

Ohne Sand und Kies keine Sanierung möglich

Niederrhein, 19. März 2025 – Der Bundestag hat den Grundstein für ein milliardenschweres Paket zur Sanierung der maroden Infrastruktur in Deutschland gelegt – eine große Chance für die Modernisierung von Straßen, Brücken und Schulen. Doch die Initiative zukunft niederrhein warnt: Ohne die wichtigen Baurohstoffe Sand und Kies wird die Umsetzung dieses Investitionspakets scheitern.

„Wenn die Bauwirtschaft jetzt wieder Fahrt aufnimmt, drohen schnell Engpässe bei der Versorgung mit Sand und Kies“, erklärt Sascha Kruchen, Geschäftsführer von zukunft niederrhein. „Schon jetzt müssen beispielsweise im Regierungsbezirk Düsseldorf viele Sand- und Kiesbetriebe schließen, weil die nötigen Gewinnungsgenehmigungen fehlen. Wenn wir das Sanierungspaket erfolgreich nutzen wollen, braucht es eine verlässliche regionale Rohstoffgewinnung.“

Die Initiative fordert deshalb von der Politik vor Ort ein Umdenken. Wenn die NRW-Kommunen das Infrastrukturpaket als Chance sehen, müssen sie auch vielerorts ihre Haltung zur Gewinnung der dafür benötigten Rohstoffe ändern.

Um die tatsächliche Versorgungslage besser einschätzen zu können, wird die Initiative kurzfristig die Kreise am Niederrhein um konkrete Daten und Mengen zur Sand- und Kiesgewinnung bitten. „Wenn die Infrastrukturmilliarden auch am Niederrhein ankommen sollen, brauchen wir Planungssicherheit bei der Rohstoffversorgung“, betont Kruchen abschließend.

Neue „kies im dialog“-Ausgabe

Entdecken Sie die neue Ausgabe von 'kies im dialog': Rohstoffe für die Energiewende und eine klimaresiliente Zukunft. Jetzt mehr erfahren!

Titelbild der neuen „kies im dialog“-Ausgabe

Niederrhein, 14. November 2024 – Am 15. November erscheint die zweite Ausgabe des Informationsservices „kies im dialog“, herausgegeben von der Initiative zukunft niederrhein. Rund 1.000 Lokalpolitikerinnen und -politiker der Kreise Kleve und Wesel erhalten das Magazin in den nächsten Tagen per Post. Darüber hinaus steht die neue Ausgabe auch online zur Verfügung und Interessierte können den Infoservice bequem per Mail abonnieren.

„kies im dialog“ beleuchtet die zentrale Rolle von Sand- und Kiesrohstoffen für eine nachhaltige Energiewende und für klimaresilientes Bauen. Die aktuelle Ausgabe widmet sich Themen wie schwimmenden Solaranlagen auf Baggerseen, die nicht nur klimafreundliche Energie erzeugen, sondern auch zur Wertsteigerung der Region beitragen. Weitere Schwerpunkte sind der Einsatz von mineralischen Baustoffen zur Stärkung von Gebäuden gegen Hitzebelastung und Hochwasser.

Die Publikation zeigt auf, wie die Sand- und Kieswirtschaft am Niederrhein zur grünen Transformation beiträgt und die Rohstoffbedarfe der Region nachhaltig deckt. Sie lädt Politik und Öffentlichkeit dazu ein, diesen Dialog aktiv mitzugestalten und gemeinsam Lösungen für eine umweltschonende Ressourcennutzung zu entwickeln.

Weitere Informationen sowie die aktuelle Ausgabe von „kies im dialog“ finden Sie auf unserer Internetseite.

Mehr aktuelle Meldungen von zukunft niederrhein gibt es hier.

Gemeinsam die Versorgungskrise verhindern

Niederrhein, 28. Mai 2024 Ein Ausstieg aus der regionalen Sand- und Kiesgewinnung ist am Ende ein Ausstieg aus der Versorgungssicherheit! Das bekräftigte die Initiative zukunft niederrhein am Dienstag (28.5.2024) in Xanten. „Der ständig propagierte Degressionspfad ist der Weg in eine unsichere Rohstoff-Zukunft und damit ein fatales Signal für die ohnehin schon kriselnde Bauwirtschaft“, so zukunft niederrhein-Ge-schäftsführer Sascha Kruchen bei der Pressekonferenz. Für die dringend anstehenden Infrastrukturinvestitionen, den geforderten und benötigten Wohnungsneubau und die angestrebte Energie- und Verkehrswende bleiben Sand und Kies unverzichtbar. Daher muss die Gewinnung dieser heimischen Rohstoffe und deren regionale Verfügbarkeit weiterhin langfristig gesichert werden. Das gilt es auf allen politischen Ebenen zu berücksichtigen.

Christian Strunk (l.), Sascha Kruchen (m.) und David Tigges (r.) bei der zukunft niederrhein-PK in Xanten

Bedarfsermittlung nachjustieren

Die angeblich gesicherten Versorgungszeiträume sind eher Wunschdenken als tat-sächliche Rohstoff-Realität. So steigt beispielsweise der Versorgungszeitraum für Sand und Kies im Regionalratsbezirk Düsseldorf immer weiter (bis auf aktuell 28 Jahre) an, weil dort Gewinnungsflächen wegfallen und die Produktion sinkt. „Wenn da tatsächlich mal alle Standorte geschlossen würden, hätte diese Bedarfsermittlung eine Versorgungssicherheit bis in alle Ewigkeit zur Folge und das sollte doch alle Verant-wortlichen beunruhigen“, so Kruchen weiter. Nur genehmigte Gewinnungsprojekte können Bedarf und zukünftige Versorgung sichern. Bei den aktuell zu langwierigen und komplexen Genehmigungsverfahren steuern wir so direkt in unnötige Knappheiten und Versorgungsengpässe. Bei der Einschätzung der Versorgungssicherheit müssten daher die tatsächliche Genehmigungslage und die zukünftige Nachfragesituation entscheidende Rollen spielen.

Rohstoffbewusstsein und Dialog

Bei der Rohstoffsicherung geht es um gesamtgesellschaftliche Verantwortung und Daseinsfürsorge – man darf sie nicht einfach ausblenden. Diejenigen, die gegen die Gewinnung von Sand und Kies klagen, verhindern diese am Ende nicht, sondern lediglich den gemeinsamen Dialog über die sinnvolle Ausgestaltung. Diesen Dialog bieten unsere Sand- und Kiesunternehmen seit vielen Jahren auf allen politischen Ebenen an. Das Angebot wird auch mit der neuen „kies im dialog“-Publikation unter-strichen, die in Zukunft zweimal jährlich sachliche Informationen rund um Sand- und Kiesthemen präsentieren wird und damit mehr Rohstoffbewusstsein schaffen soll. „Die erste Ausgabe des kompakten Magazins wird in den kommenden Tagen an viele lokalpolitisch Verantwortliche am Niederrhein versendet und schafft vielleicht die Grundlage für konstruktive Gespräche“, hofft Sascha Kruchen von zukunft niederrhein.

Die aktuelle Ausgabe von „kies im dialog“ finden Sie online hier!