Diersfordter Waldsee – Gewinnungsstätte der Kiesindustrie am Niederrhein
Der Diersfordter Waldsee liegt am nördlichen Niederrhein zwischen Rees und Wesel. Bis 2020 wird dort weiterhin Kies gewonnen. Aktuell beträgt die Fläche des Sees 150 Hektar, bis zum Ende der Abgrabungen wird sie auf das Doppelte anwachsen. Zahlreiche Renaturierungsprojekte, die parallel zu den Abgrabungen verfolgt werden, haben dafür gesorgt, dass am Diersfordter Waldsee schon heute viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten heimisch sind. Überregionale Beachtung fand vor allem die Ansiedelung von Bibern durch den Verein Lebendiger Niederrhein e.V.. Die beiden Biotope, in denen die Tiere leben, wurden bereits 1987 und 1996 fertig gestellt. Dabei wurde auch an andere Arten gedacht: So wurde an Teilen des Sees die Uferstruktur speziell modelliert, um Nistplätze für Uferschwalben zu schaffen. Zusätzlich dienen Brutinseln für verschiedene Vogelarten als Rückzugsort vor Füchsen und anderen Räubern.
Dank mehrerer Aussichtsplattformen rund um den See sowie eines Rad- und Wanderweg am Südufer ist der Diersfordter Waldsee auch für Erholungssuchende zugänglich. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger besteht zudem die Gelegenheit, mit dem Besucherboot MS August den Diersfordter Waldsee zu befahren und Flora und Fauna vom Schiff aus zu erkunden. Mehr als 2.500 Menschen nutzen jährlich diese Gelegenheit, den Rekultivierungsprozess rund um den See zu besichtigen.